09.02.08

Vibrator, was du hast keinen?

Wir sind alle gestandene Frauen, ehrlich: Zwei arbeiten bei einer Finanzberatung, eine macht sich gerade selbständig, wir alle fünf sind Mütter. Wenn wir uns zu Mädelstunde bei Italiener treffen, geht es um die Dinge, die im Leben wirklich zählen: Windpockenimpfungen, romantische Urlaube oder Gehalterhöhungen, die für den Babysitter draufgehen. Und dann platzt die Bombe.

Plötzlich sagt Anita in die Runde, „ich und Birgit haben uns letztlich bei Pabo einen Vibrator gekauft“. Anita: „Und jede von uns hat einen Haustürschlüssel von der anderen und kennt das Versteck des Vibrators. Falls einer von uns was passiert, muss die andere den Vibrator aus der Wohnung verschwinden lassen, bevor es unsere Männer, die Polizei oder sonst wer das Ding finden kann“.

Wie absurd, dachte ich, doch dann sprach Elfi: „Ich habe fünf“. Sie sagte es kalt wie ein Fisch, und uns klappte das Unterkiefer runter. Hatten wir nicht eben noch über den Traumurlaub gesprochen? „Fünf?“, fragte Anita mit großer Interesse, „Wozu brauchst du fünf?“ Elfi: „Die können alle was anderes. Wolfgang hat mir immer wieder mal einen Vibrator geschenkt. Inzwischen sind es eben bereits fünf.“ Bisher hatten wir Vibratoren immer für ein Klischee gehalten. Für etwas, das man sich aus Jux zum Jungesellinnenabschied schenkt, und das danach, zusammen mit anderen lustigen Geschenken, in der Schublade verschwinden lässt. Nicht, dass ich irgendwie verklemmt wäre – ich hatte offenbar bis jetzt die Einsatz- und Wirkungsweise von Vibratoren unterschätzt.

„Ich mag den Vibrator mit Bubbeln am liebsten“, sagte Christine, als ob sie Jahre nur auf dieses Thema gewartet hätte. „Ja, die sind lustig, aber jetzt kommt’s, meinen Lieblingsvibrator hat Christof selbst gemacht.“ „Bitte?“ fragte Janin. Elfi: „Er hat aus Kalifornien so ein Vibrator-Set mitgebracht, mit dem er einen Silikon Abdruck von seinem Penis machen konnte – und jetzt habe ich ein anatomisch korrektes Abbild von seinem besten Stück. Ein brummendes!“ Janin: „Wie geil ist das denn!“ Christine weiter: „Ganz wichtig ist aber, dass ein Vibrator noch so einen kleinen Klitoris-Finger dran hat. Das ist der Wahnsinn, mein Mann ist schon total eifersüchtig drauf.“ So ist das immer: Einer lässt die Hosen runter, und die anderen machen mit.

„Du die haben alle einen Dildo“, sagte ich zu Renate, um mir in meiner Unerfahrenheit Verstärkung zu holen. „Welche sind nun die besten, Holz, Plastik oder Silikon?“, kam die Frage aus der Runde. „Ich habe so einen Delfin aus Glas, das fühlt sich besonders schön an und richtig vibrieren muss er, das ist das Wichtigste“, erwiderte Janin.

Birgit: „Hör mir auf! Ich komme letztens aus dem Urlaub zurück, und mich fischt prompt der Zoll raus. Als ich den Koffer auf den Tisch legen knallte, fängt’s plötzlich an zu brummen, wie peinlich! Der hatte auch noch so ein albernes Hasengesicht auf der Eichel, ich fand das irgendwann mal niedlich. Die Beamten mussten sich total zusammenreißen, um nicht loszulachen. Einer meinte, solange der nicht aus Elfenbein sei, wäre alles in Ordnung.“

„Haben eure Männer nicht dagegen, bei soviel Konkurrenz?“ fragte ich. Janin: „Nein, dachte ich anfangs auch, bis mein Mann irgendwann vorschlug, das ich mal meinen Vibrator dazuhole...“ „Wie , und dann? Guckt er dir zu, wenn du eine Solo-Nummer machst?“ „Mal so, mal so. Manchmal brumme ich selbst, manchmal er bei mir.“

Gut, wieder was gelernt. Vibratoren helfen also nicht nur bei Single-Notstand, sondern sind auch als Bonusmaterial für Paare geeignet. „Damit muss man aber ein bisschen vorsichtig sein“, sagte Christine und erzählte von einem bedauernswerten entfernten Bekannten, der seiner Freundin einen leistungsstarken Vibrator geschenkt hatte. Die nach einigen Monaten Anwendung nicht mehr in der Lage war, allein durch sein bestes Stück zum Orgasmus zu kommen. Sachen gibt’s. Ich nahm mir diesen Abend zu Herzen, entschied aber: Die Dinger haben mir nie gefehlt, so bleibt es auch. Meine Freundinnen sahen das Anders. Zum Geburtstag bekam ich einen rosa Barbie-Vibrator. Ich schaue ihn Abend für Abend fasziniert an. Wäre ja schade drum, wenn er nur rumliegt.

1 Kommentar:

  1. Hallo,

    Hast Du Deinem neuen Freund schon mal Dein Sexspielzeug gezeigt?
    Wenn noch nicht, dann denkst Du wohl er würde es falsch verstehen? Eventuell hat er ja dann auch noch Komplexe wegen seiner Grösse. Denkt sich vielleicht seiner müsste auch so gross sein. Du will sicherlich auch nicht als Notgeil angesehen werden... Hast Du auch diese Gedanken?
    Nun, Männer haben normalerweise kein Problem mit grossen Dildos oder mit einem GVibrator. Sie finden es cool auch mal so ein Ding in die Finger zu bekommen und Dich damit zu verwöhnen.
    Geh jetzt bloss nicht Deine Geheimschachtel holen aber eins kannst Du sicher mal rausholen.
    Nur eins noch. Versuch es nicht an ihm aus, sonst denkt er sich noch du willst Ihm damit zu Leibe rücken.

    Viel Spass damit.

    ALEX

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